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09.05.11 14:11 Alter: 14 yrs

Training for Transition! Impressionen vom Kurs in Freiburg

Von: Oliver Heizmann

Wir müssen all den Schreckensszenarien von Krieg, Umweltzerstörung und Peak Oil etwas neues, gesundes entgegensetzen. Die Kursteilnehmer in Freiburg lernten beeindruckende Methoden zur Kreation positiver Zukunftsvisionen...

Gruppenspiele

TfT-Trainer Marcus Kampmeier, Gerd Wessling

Gruppenarbeit im Open Space

Training for Transition in Freiburg

Eine Stadt, die in Zukunft viel weniger Energie und Resourcen verbraucht als heute, könnte - wenn es richtig geplant wird - viel resilienter, zufriedener und reicher an Lebensqualität sein. Der Begriff "Resillienz" beschreibt die Wiederstandsfähigkeit eines (sozialen) Ökosystems gegenüber externen Schocks. Die Verknappung von Erdöl kann unsere Gesellschaft ganz empfindlich treffen, da wir in allen Bereichen des täglichen Lebens in eine hohe Abhängigkeit von billigem Erdöl geraten sind.

Die Energiewendebewegung, 2006 als Bürgerinitiative im Englischen Städtchen Totnes gestartet, hat in kürzester Zeit weltweit Nachahmer gefunden und ist inzwischen auch im Südwesten Deutschlands angekommen. Die Freiburger Energiewende-Gruppe hatte die beiden Trainer von Transition Town Bielefeld eingeladen, um ihre Erfahrungen weiterzugeben und die Kursteilnehmer für den Aufbau eigener Gruppen zu schulen.

Transition Towns, das sind Städte und Dörfer im Wandel. "Wandel" oder Wende bezieht sich dabei nicht ausschließlich auf die Energieversorgung einer Gemeinde. Es werden vielmehr alle Bereiche - sozial, ökologisch und wirtschaftlich - des täglichen Miteinanders berücksichtigt. Das besondere daran ist, dass der Wandel durch die Bürger selbst herbeigeführt wird. Die sogenannte "Graswurzelbewegung" wartet dabei nicht darauf, dass Lösungen von "oben" durch Politiker oder Konzerne kommen, sie fangen vielmehr einfach schon mal "von unten" an, das eigene Umfeld, die Nachbarschaft, das Dorf oder den Stadtteil positiv umzugestalten.

So treffen sich Jung und Alt zum Erfahrungsaustausch und basteln gemeinsam an sozialen Netzwerken, Gemeinschaftsgärten und Bürger-Energieunternehmen um der Hilflosigkeit gegenüber dem neoliberal geprägten Turbo-Kapitalismus etwas praktisches entgegenzusetzen.

Welche Faszination von solchen lokalen Selbsthilfegruppen ausgeht, zeigt der enorme Zulauf, den die Energiewendebewegung weltweit erfährt. Auch die heterogene Mischung von Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft ist bemerkenswert.

Durch Methoden wie World-Cafe, Open Space und Praktiken der Tiefenökologie konnten wir in den beiden Kurstagen praktische Einblicke bekommen in die wichtige Grundlagenarbeit einer Energiewendegruppe. Das besondere an Transition Towns ist dabei die Berücksichtigung der "Inneren Welt" des Menschen. Jede Veränderung die auf der inneren Ebene eingeläutet wird, wirkt sich zwangsläufig auf die "Außenwelt", auf unsere Umwelt aus.

Die Prinzipien von Transition Initiativen:
• Eine positive Zukunftsvision
• Sensibilisierung
• Einbeziehung aller - jeder wird gebraucht
• Resilienz - starke lokale Gemeinschaften bilden
• Es macht Sinn: Die Lösung ist genauso groß wie das Problem
• Die Transition findet sowohl innen wie außen statt

Weiterführende Links:

www.transition-initiativen.de

http://energiewende.wordpress.com

www.ttfreiburg.de

 


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