News Lesen
Gemeinsam Bauen: Lernen von Selbstversorger-Kulturen
In vielen indigenen Kulturen wird das gemeinsame Bauen bis heute praktiziert. Die Mbya-Guarani in Süd-Brasilien sehen ihre Tradition in Gefahr, da ihnen der Zugang zu ihren alltäglichen Ressourcen verwehrt ist - Sie bekommen kein Baumaterial mehr, um ihre Häuser selbst zu bauen.
Das das "Gürteltier-Haus" (Casa Tatu) der Mbya-Guarani steht nahe der Millionenstadt Porto Alegre im Bundestaat Rio Grande do Sul, Brasilien. Aus der studentischen Projektarbeit für einen Bausatz-Prototypen als staatliche Hilfe für die Wohnungsnot unter der indigenen Bevölkerung wurde ein beispielhafter Versuch, die Betroffenen selbst in den Bauprozess zu integrieren. Bereits die Planung erfolgte im Gespräch mit den Dorfbewohnern. Bei der Umsetzung konnten an diesem Bauwerk mehrere "Mutirão" - Tage der sozialen Gemeinschaftsarbeit der gesamten Dorfbewohner - gemeinsam mit Architekturstudenten und Anthropologen umgesetzt werden.
Gemeinschaftliches Bauen als schöpferischer Akt berücksichtigt die soziale Dimension nachhaltigen Bauens. So entstand ein Ort der Begegnung zwischen den Kulturen - ein Symbol für die naturverbundene Kultur und den nachhaltigen Lebensstil der Mbya-Guarani in Lateinamerika.
Bilder und Beschreibung unter
Architektur > Projekte > Casa Tatu centro cultural mbya guarani